Toxische Seelenliebe oder nicht?

Erfährst Du eine toxische oder eine Seelenliebe? Vielleicht eine toxische Seelenliebe?

Natürlich ist es nicht so einfach, wie hier witzig gemeint und beispielhaft hingeworfen. Wenn man manchen Videotiteln und ähnlichem folgt, müsste man jedoch davon ausgehen, dass die „gesunde Liebe“ ganz einfach und banal zu sein hätte, um als solche zu gelten. Doch was ist gesunde Liebe?

Meiner Meinung nach besteht bereits in dieser Grundhaltung ein großes Problem. Denn sie impliziert, dass es auch kranke Lieben gibt. Selbstverständlich wissen wir alle, was damit gemeint ist. Doch die Liebe an sich, ist eine fließende Kraft. Kein Lichtschalter, der sich automatisch umlegt, sobald das angehimmelte Herz (m)eine Wunschnorm verlässt.

Die Tücken der Intuition

Nicht zu unterschätzen auch jenes magische Bauchgefühl, dessen sich manche Menschen berufen, während sie Partner*innen von nicht normgültigen Menschen beschimpfen. Die Wenigsten kommen damit klar, wenn jemand „zu sehr liebt“. Doch was ist zu sehr? Sollte man Liebe dosieren, damit sie anderen in den Kram passt?

Zuallererst daher das mir wichtigste Anliegen: In Deiner Liebe und etwaiger Beziehung haben fremde Bauchgefühle meines Erachtens wenig verloren. Es ist nicht die Aufgabe anderer Menschen, Dich, Deinen Partner und Eure Beziehung zu beurteilen. Sollten Dir solcherlei Einflüsse also zu schaffen machen, könnte es ratsam sein, sich von ihnen zu lösen.

Was dagegen durchaus bedeutsam wäre, ist Dein eigenes Bauchgefühl und alle Resonanzen aufgrund solcher möglicher äußerlicher Zuschreibungen, zu prüfen.

  • Auf welche Aussagen und Behauptungen, wie eine gesunde Beziehung denn zu sein hätte, reagierst Du besonders?
  • Welche Haltung würdest Du Dir eher wünschen?

Viel wichtiger als alle äußeren Bewertungen sind nämlich wie immer unsere eigenen. Und in komplexen Seelengefährtenverbindungen haben wir damit in aller Regel genügend zu tun :mrgreen: . Insbesondere natürlich in toxischen Seelenlieben.

Der richtige Weg trägt Energie

Aber dieses kleine feine Stimmchen in Dir, ist ein guter Wegweiser zwischen richtig und falsch. Diese zu hören und von Deinen emotionalen Befindlichkeiten zu trennen, ist keine leichte Lernaufgabe.

Noch ganz unabhängig von der Frage, ob es sich bei Dir um eine toxische Seelenverbindung handelt, kann ich nur empfehlen, auf diese Energie zu achten. Denn sowohl gesunde als auch toxische Herzensgefährten schaffen es teilweise mit wirklich harten Aufgaben, zuweilen sogar krankhaften Störungen und Verhaltensweisen, ihre Partner an die Grenzen ihres Fassungsvermögens zu schießen. Nicht selten fragen sich Liebende in solchen Beziehungen und Anbahnungen, ob sie für dieses Leben möglicherweise die gesamte Bandbreite der menschlichen Dualität zu lernen angetreten sind. Unzählige Beiträge über narzisstische Störungen und deren Untauglichkeit gesunder Beziehungen sprechen von einem Thema unserer Zeit.

Wenn dann noch das gesamte eigene Umfeld mit RatSCHLÄGEN und unerbetenen Weisheiten daher kommt, kann man sich schon mal allein deshalb wie ein in die Ecke getretener hilfloser Hund fühlen. Und da sind die Fehltritte des Liebsten noch gar nicht dabei.

Daher ist Dein eigenes Energiesystem im Rahmen Eurer jeweils aktuellen Situation und entsprechender Entscheidungen eine hilfreiche Ampel.

Der gute alte Stromstecker

Wenn Du beispielsweise Deinen Liebling aufgrund irgendeines Verhaltens abschießt, aus allen Systemen löschst und für immer abhaken möchtest und Dich ernsthaft einem Leben ohne ihn zuwendest, dann wird Dich genau das Dein Leben und Dein eigenes Energiesystem nicht lassen. In anderen Artikeln beschrieb ich das schon. Es fühlt sich dann trotz aller ernst gemeinter Absichten plötzlich so an, als ob man Dir einen Stecker gezogen hätte. Ich habe damals lange gebraucht, um die Zusammenhänge wahrzunehmen. Aber irgendwann erkannte ich, dass ich immer voller nährender Energie war, wenn ich meine Türen offen hielt. Selbst in langen Separationsphasen war das so. Immer wenn ich meine Wut, Schmerzen oder Verletztheiten verarbeitet hatte, war ich nicht länger in der Lage, mich schlecht zu fühlen. Ich fühlte glückselige Liebe. Und wenn ich mir das mithilfe meines Verstandes trotzdem aufzwang, sank ich zusammen wie ein platzender Luftballon. Sobald ich mich innerlich mit einer gemeinsamen Zukunft auseinandersetzte, schoss ich wieder hoch wie eine Duracell.

Toxische Seelenliebe trägt eine gekippte Waagschale

Eine toxische Seelenliebe tut in erster Linie immer weh. Da geschehen nicht nur bestimmte Dinge, die uns verstören oder verletzen, sondern wenn wir tief in uns hinein hören, erkennen wir, dass wir uns außerhalb des Schmerzes alles schönreden. Aber der Mensch der anderen Seite, vertritt sprichwörtlich eine andere Seite, nämlich ganz und gar nicht unsere. Eine toxische Seelenliebe erkennst Du daran, dass Du Dich in Zeiten der Trennung besser fühlst und an Kraft gewinnst, jedoch im Zusammensein immer kleiner oder gar unterdrückt wirst.

Dazu zählen gewaltvolle Partner, solche die einen psychisch zerstören und fertig machen. Sich nehmen was sie wollen ohne in der Lage zu sein, der Beziehung oder dem darauf hoffenden Menschen etwas zurückzugeben und ebenfalls zum gemeinsamen Glück beizutragen.

Achtung – nicht zu verwechseln mit solchen, die mental oder im Herzen noch nicht so weit sind, sich auf Dich einzulassen. Diese zeigen aber dennoch meist auf ihre Weise, dass Du etwas ganz Besonderes bist und es gibt gegenseitige manchmal unausgesprochene aber fühl- und sichtbare Commitments.

Heilsame Seelenlieben sind stärkend

„Füreinander bestimmte Gefährten“ tun sich miteinander in erster Linie trotz aller gemachter Fehler gut. In der Regel haben diese Fehler und Verhaltensweisen wenig mit der gewohnten Wunschnorm unserer Gesellschaft gemeinsam. Je nach Typus und seiner eigenen Herkunftsthemen möglicherweise sogar mit heftigen Störungen behaftet, die bis hin zu Psychiatrien und Strafvollzug gehen können. Aber dennoch fühlen sich gemeinsame Zeiten unter solchen Paaren gut bis besser an. Und dies nicht aus unverarbeiteten Abhängigkeitsgründen. Sondern weil

  • man sich viel zu sagen hat,
  • einem die gemeinsamen Themen nie ausgehen (morgens quatschten wir gemeinsam auf der Couch und die erste Nachricht auf dem Weg in die Arbeit galt schon wieder uns, bevor die Freunde dran kamen),
  • beide sich miteinander wohl und glücklich fühlen,
  • man das Gefühl hat der Topf für seinen Deckel zu sein,
  • Zeiten zusammen wie im Fluge vergehen,
  • man im Gegenüber den Menschen erkennt, auf den man sein ganzes Leben gewartet hat
  • und man gemeinsame Visionen teilt oder im Laufe der Zeit entwickelt, die beide Seelen auch intellektuell ansprechen
  • und … wie ist das bei Euch, was fällt Dir an dieser Stelle ein?

Bei uns war und ist es immer so, dass wir stundenlang radiohörend durch die Gegend fahren können. Egal ob wir spazieren gehen, mit dem Auto unterwegs sind oder gemeinsam kochen. Wir harmonieren in einer Art und Weise, dass Außenstehende manchmal denken könnten, wir hätten eine Choreographie eingeübt. Wir treten uns nicht auf die Füße und können in der Küche ohne gegenseitige Absprache jeder eine Rolle einnehmen, die am Ende ein leckeres Ergebnis bringt, das wir dann miteinander genießen. Auch dieser Genuss ist ein Teil davon. Mein Mann liebt es, für mich zu sorgen, mir auch den 8. Kaffee am Tag zu bringen, mir und meinen Kindern etwas Leckeres zuzubereiten (ratet mal, warum ich wieder so zunahm 😳 ). Oder im Garten für uns beide zwei Sitz- oder Liegeplätze herzurichten. Einige Male sogar Liegestühle und Picknick im Auto vorzubereiten und mich in einen Wald und andere schöne Plätze zu führen.

Zweisamkeit für beide das Schönste

Selbst wenn wir viele Stunden oder Tage miteinander verbringen (und übrigens können wir natürlich auch mega heftig streiten, aber halt niemals gewaltvoll), hat er mich noch immer nicht über.

Und genau dieser Punkt ist in toxischen Seelenlieben anders. Solche Innigkeit, wie ich sie eben nannte, gab es in meinen vorherigen Verbindungen nicht. Ganz im Gegenteil, hatte ich da ständig das Gefühl, nicht die Richtige zu sein. Ich wurde derart oft und heftig kritisiert oder fertig gemacht, dass ich mich fragte, warum meine Expartner überhaupt mit mir zusammen waren, wenn sie offensichtlich einen ganz anderen Menschen (erziehen) wollten.

Das ist jetzt eben anders. Trotz wirklich heftiger Herausforderungen, vor die ich noch immer gestellt werde und die mir mental und menschlich alles abverlangen, bin ich mir seiner tiefen Liebe, seiner Achtung und Wertschätzung meiner Person sicher. Einige unserer Schwierigkeiten liegen allein hierin begründet, WEIL er mich so achtet. Aber das ist ein vollkommen anderes Thema.

Die zauberhafte Magie zweier Seelen

Davon abgesehen erleben wir beide auch nach all den Jahren noch immer ständige Synchronizitäten. Als ich in unserer letzten und heftigsten Erfahrung meines Lebens, mich zunächst auf mich selbst besann, um mein Leben neu zu ordnen, gingen alle verrückten Zeichen wieder los. Wenn ich davon meinen Freundinnen erzähle, sind sie ganz fasziniert von unserer besonderen Verbindung mit all ihrer Magie. Beispielsweise

  • ploppte mein Handy mit diversen Social Media-Kanälen plötzlich wieder ständig mit seinem Namen auf.
  • Als ich weinend auf meiner Couch lag, verzweifelt grübelnd, wie ich mich aus meiner neuerlichen mal wieder nicht selbst verursachten Misere ziehen soll, begann plötzlich das entfernt stehende Radio zu rascheln und wechselte in einen anderen Sender, spielte mir eine Liedzeile von Ed Sheerans „Perfect“ (war in unserer Anfangszeit ein wichtiges Lied für mich), dann rauschte es wieder und der alte Sender spielte weiter.
  • mehrere Nächte lang weckte mich im Schlaf ein auf mir herumkrabbelnder Marienkäfer.
  • und in unseren zahlreichen gegenseitigen Briefen lesen wir oft genau jene Zeilen, die wir am selben Tag selbst erzählt oder beschrieben haben.
  • wenn der Eine weint, spürt es der Andere

Toxische Seelenverbindungen tun all das nicht. Sie beschimpfen, verletzen und verunglimpfen. Manche „nur“ mental, viele auch körperlich.

Von früheren Partnern bekam ich auch in langen Jahren keinen einzigen netten Brief. Von meinem jetzigen Mann bereits über 100. Einer liebevoller und berührender als der andere. Reine Narzissten denken an sich selbst, sind aber null in der Lage, sich in ihre PartnerInnen hineinzuversetzen oder diese gar zu stärken.

Was ist nun mit jenen, die DIR gut tun, anderen Menschen aber nicht?

Leider gibt es hier keinen von mir einfach hinzuhauenden Lösungssatz, so sehr Du ihn Dir vielleicht wünschen würdest. Doch wenn ich in meiner Seelenliebe noch etwas gelernt habe, dann war es die Erkenntnis, dass ich immer wieder aufs Neue das Verhalten, unser beider So-Sein und die Liebe voneinander trennen musste, um Antworten zu finden. Mein Leitsatz als Coach heißt nicht umsonst „Menschen besser verstehen“. Dennoch trat ich immer wieder an heftige Grenzen und Entwicklungen, die mich vollkommen blank dastehen ließen und ich manchmal mehrere Tage am Stück völlig unter Schock stand. Ich hatte Konsequenzen durchzustehen, die ich weder verursacht noch beeinflusst habe. Dennoch verlangten sie nichts weniger als mein persönliches Wachstum. Jedes Mal aufs Neue.

Das Bezeichnende daran ist aber trotzdem, dass wir diese Phasen gemeinsam durchstehen. Zeitweise wusste ich nicht, ob ich nur als Mensch an seiner Seite bleibe oder auch als Partnerin. Doch im Laufe der Zeit erkannte ich jedes Mal von vorne, dass es mir mit ihm besser geht als allein. Nicht in jener sehnsüchtigen unselbständigen Form mit Angst vor Einsamkeit und als das bessere Übel. Nein.

Sondern weil es ist was es ist, sagt die Liebe ❤️.

Tipps am Rande des Dschungels

Es wäre unverantwortlich, wenn ich Dir einen festen Rat in eine bestimmte Richtung geben würde. Denn was meine Gefühle und Erfahrungen betrifft, bin ich am Ende ja trotzdem nur einseitiger Bestandteil meines eigenen Systems und damit kein neutraler und objektiver Betrachter. Zumal ich von Deiner Person und Eurer Geschichte gar nichts weiß.

Außerdem ist es ja eben niemandes Aufgabe, Dir eine Entscheidung abzunehmen. Wir sind alle nur Spiegel Deiner eigenen Wahrnehmung und Wahrheit.

Folge der Energie. Alles was sich gut anfühlt, ist meistens richtig. Und wenn es dann trotzdem falsch war, wirst Du es herausfinden, versprochen 😉 .

Ich für meinen Teil bin damit immer gut gefahren. Auf Außenstehende zu hören, hat mir stets Umwege und Verletzungen eingebracht. Was ich außerdem sehr oft erlebte war, dass die Anderen mit unserer Liebe nicht klarkommen und allein deshalb lieber schmerzvolle Dinge sagen. Interessanterweise aber alles sehr verhärtete verbissene Charaktere in unglücklichen oder gar keinen Beziehungen.

Am Ende muss das Paar mit sich selbst klarkommen. Und das ist zeitweise Aufgabe genug 😆 .

Falls Du Deine Liebe reflektieren möchtest, bin ich gern Coach Deines Herzens.

Liebe Grüße und eine ganz dicke Umarmung

Tanja

PS: Gerade als ich den Artikel fertig hatte, las ich das Tageszitat dieser Webseite. Guck mal, wie passend: „Manchmal muss man seine Zweifel schweigen lassen, um das Herz zu hören.“ Armistead Maupin

PPS: Wie es halt für Twins passt, ploppten direkt nach dem Artikel bei Youtube genau diese Themen auf, obwohl ich schon seit fast 3 Jahren nichts derartiges mehr angesehen hatte. Aber es machte mir Spaß, sie mal wieder anzuschauen. Vielleicht ist auch für Dich etwas Nützliches dabei:

Falls Dich Kartenlegungen ansprechen, die nicht auf Wahrsagerei beruhen, sondern Dir Deine jeweiligen Empfindungen und Erfahrungen spiegeln, gleichzeitig aber reflektiert und wachsam achtsam bleiben, dann kann ich Dir Stina (Zwillingsflamme1111 bei Youtube) sehr empfehlen. Für mich passte es immer sehr gut. Teilweise benannte sie in ihren Readings dieselben Tiere und zahlreiche andere Begriffe und Energien, die ich gerade erlebte:

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Tanja Schillmaier

Persönlicher Coach, Muse & Autorin bei Chiemgaucoach, Avaloona & Liebesflüsterei
Als Mutter von 3 anspruchsstarken Kindern, nach Trennung, unglaublich hohen eigenen Erwartungen als Mentaltrainerin & Coach sowie vielen Jahren permanenter Fortbildung, Stolperfallen und Reflexion, dachte ich, mich würde nichts mehr umwerfen. Doch dann begegnete mir die Liebe meines Lebens und stellte selbst mein Herz auf den Kopf. Als Texterseele und Muse ist es mir ein großes Anliegen, offen zu meinen Erlebnissen zu stehen, gerade auch jene, die schmerzhaft waren. Am Ende führten sie mich durch die tiefe Nacht meiner Seele, zu Gott und schließlich in die gelebte Partnerschaft mit meiner großen Liebe (in Dualseelenkreisen gern als "Union" bezeichnet. Heirat war am 20.11.20). Nimm' nur jene Worte und Erfahrungen an, die Dir gut tun und Dich weiter bringen und "hau' in die Tonne" was für Dich nicht passt ;-). Gern begleite ich Dich als Coach bei der Integration Deiner eigenen Geschichte hin zu Deinem würdevollen Selbst ❤. Wenn Du magst, können wir auch eine Persönlichkeitsanalyse durchführen. Diese hilft, Dich selbst und Deine Liebe noch wesentlich besser zu verstehen.

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